Im äußersten Südwesten Fuerteventuras, wo das Jandía-Massiv steil ins Meer abfällt, erstrecken sich 14 Kilometer goldener Sand ohne ein einziges Gebäude am Horizont. Der Cofete-Strand ist wohl die wildeste Ecke der Insel — und schon die Anfahrt über eine Schotterpiste, die sich durch die Berge windet, vorbei an einem einsamen Herrenhaus, das bis heute niemand ganz erklären kann, gehört zum Erlebnis dazu.
Cofete liegt im Naturpark Jandía, der den gesamten Süden der Insel schützt. Es ist ein sehr langer, dunkelsandiger Strand mit kräftiger Brandung, im Rücken die Steilhänge des Pico de la Zarza, mit 807 m der höchste Punkt Fuerteventuras. Keine Hotelanlagen, keine Strandbars mit Musik, keine Liegenvermietung — nur Dünen, frei laufende Ziegen und das ständige Rauschen des Meeres.
Wichtig: Die Strömungen sind gefährlich, und es gibt keinen Rettungsdienst. Cofete ist ein Strand zum Spazieren und Fotografieren, nicht zum Baden.

Neben dem winzigen Dorf Cofete steht ein Haus, das so gar nicht in seine Umgebung passt: die Villa Winter, Mitte der 1940er-Jahre vom deutschen Ingenieur Gustav Winter erbaut. Ihre völlige Abgeschiedenheit — keine asphaltierte Straße, keine Nachbarn, freier Blick auf den Atlantik — nährte jahrzehntelang allerlei Gerüchte: geheime Nazi-Basis, U-Boot-Stützpunkt, versteckter Schatz. Bewiesen wurde nichts davon, doch das Geheimnis bleibt Teil der Faszination. Das Haus ist Privatbesitz und kann nicht von innen besichtigt werden, aber man sieht es von außen, wenn man durchs Dorf fährt.
Die asphaltierte Straße endet in Morro Jable. Von dort führt eine rund 20 km lange Schotterpiste hinauf zum Bergpass Degollada de Agua Oveja und dann hinunter zur Küste. Sie ist mit Vorsicht befahrbar, aber unbefestigt und kurvenreich — viele Mietwagenfirmen schließen die Strecke ausdrücklich von der Versicherung aus. Fährst du auf eigene Faust, kann das im Schadensfall teuer werden.
Am entspanntesten erlebst du die Strecke mit der Jeep-Safari nach Cofete und Punta Jandía: 5 Stunden in einem geteilten Geländewagen (maximal 6 Personen) mit lokalem Fahrer-Guide, inklusive der Aussichtspunkte von Sotavento, dem Dorf Cofete mit der Villa Winter, dem Strand selbst, dem Leuchtturm von Punta Jandía und El Puertito. Abholung ab Costa Calma, Esquinzo, Jandía und Morro Jable inklusive. Preis: 85 € pro Erwachsenem.
Kann man mit dem Mietwagen nach Cofete fahren? Viele Mietwagenfirmen decken die Piste nach Cofete versicherungstechnisch nicht ab. Die sichere und sorgenfreie Option ist eine organisierte 4x4-Tour mit lokalem Fahrer.
Stimmt es, dass die Villa Winter eine Nazi-Basis war? Dafür gibt es keine Beweise. Es handelt sich um eine populäre Legende, genährt durch die Abgeschiedenheit des Hauses und die Verschwiegenheit seines Besitzers, des deutschen Ingenieurs Gustav Winter — kein historisches Dokument bestätigt sie.
Kann man am Cofete-Strand baden? Davon wird abgeraten: Die Strömungen sind stark, und es gibt keinen Rettungsdienst. Der Strand eignet sich zum Spazieren und Fotografieren, nicht zum Baden.
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