Es gibt einen Punkt am Ende der Promenade von Playa del Inglés, an dem Gran Canaria aufhört, wie eine Insel auszusehen: Vor dir liegt nur noch goldener Sand, der sich bis zum Meer hinunterwellt, und in der Ferne ein Leuchtturm. Genau das sind die Dünen von Maspalomas – knapp 400 Hektar Wüste im Taschenformat an der Südspitze der Insel, geschützt als Sonderreservat.
Sie sind kein Stück Sahara, das übers Meer geweht ist, so oft man das auch hört. Der Sand stammt aus dem Meer: zerriebene Muschelschalen, Kalkalgen und Skelette von Meeresorganismen, die der Ozean vor Jahrtausenden an dieser Küste ablagerte und die der Passat seither landeinwärts trägt.
Und er ist bis heute in Bewegung: Der Wind kommt von Osten herein, schiebt die Kämme jedes Jahr ein paar Meter nach Westen und gibt den Sand beim Leuchtturm wieder ans Meer zurück. Zusammengehalten wird das System vom Balancón, jenem grauen, halb vertrocknet wirkenden Strauch im Sand – ohne ihn zerfallen die Dünen.
Auch ohne Auto kommst du hin: Die Busse von Global verbinden Las Palmas und den Flughafen mit der Station Faro de Maspalomas. Beide Enden verbindet der Strand selbst, gut drei Kilometer Sand.
Das ist der Klassiker von Maspalomas und die beste Wahl, wenn du nur einen Vormittag hast. Der geführte Kamelritt durch die Dünen von Maspalomas dauert 30 Minuten, geht in der Karawane mit saharauischen Guides und kostet 15€ pro Erwachsenem und 10€ pro Kind. Kinder unter 3 Jahren reiten kostenlos bei den Eltern mit.
Zwei Dinge vorab: Du sitzt nicht auf dem Höcker, sondern in einem Zweisitzer-Sattel mit Rückenlehne, deutlich bequemer und stabiler, als es auf den Fotos aussieht. Das Höchstgewicht liegt bei 110 Kilo pro Person, und ein Hotelabholservice ist nicht enthalten. Die Buchung wird sofort bestätigt und ist bis 24 Stunden vorher kostenlos stornierbar, Guide auf Spanisch, Englisch und Deutsch. Nimm Sonnencreme, Wasser und Insektenschutz mit: Schatten gibt es da draußen keinen.

Der Leuchtturm brennt seit 1890 und gehört zu den höchsten der Kanaren: Er markiert die Stelle, an der das Dünenfeld endet, und der Platz zu seinen Füßen ist der beste Ort zum Hinsetzen, wenn du für heute genug Sand gesehen hast. Gleich daneben liegt La Charca, eine Brackwasserlagune zwischen Palmenhain und Strand, in der Dutzende Zugvögel auf dem Weg nach Afrika Station machen. Man geht am Rand entlang, ohne ins Wasser zu steigen oder die Vegetation zu betreten.
Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang, ohne Diskussion. Bei hochstehender Sonne wird der Sand zur Bratpfanne, im ganzen Dünenfeld gibt es keinen Fleck Schatten, und das Licht drückt die Landschaft platt. In den guten Stunden dagegen werfen die Kämme lange Schatten und das Gold wird orange. Der Sonnenaufgang hat einen Bonus: Der Sand ist glatt und ohne eine einzige Spur, genau so, wie ihn der Nachtwind hinterlassen hat.
Das hier ist ein Naturschutzgebiet, kein gewöhnlicher Strand:
Palmitos Park liegt 10 Kilometer vom Leuchtturm entfernt in einer Schlucht: Delfinshow, Greifvogelflugshows und ein botanischer Garten mit Kakteen und Orchideen. 39€ pro Erwachsenem, gültig für das gewählte Datum, mit kostenlosem Parkplatz.
Was kostet ein Kamelritt in den Dünen von Maspalomas? 30 Minuten für 15€ pro Erwachsenem und 10€ pro Kind, im Zweisitzer-Sattel und mit saharauischen Guides. Kinder unter 3 Jahren reiten kostenlos bei einem Erwachsenen mit.
Kostet der Zugang zu den Dünen von Maspalomas Eintritt? Nein, der Zugang ist von beiden Enden aus frei, von Playa del Inglés wie vom Leuchtturm. Bezahlt wird nur der Kamelritt.
Kommt der Sand der Dünen aus der Sahara? Nein. Es ist Sand marinen Ursprungs – zerriebene Muscheln und Kalkorganismen –, den das Meer an der Küste ablagerte und den der Wind landeinwärts verteilt.
Noch mehr Tage auf der Insel? Der Roque Nublo ist der perfekte Gegenpol zum Sand, die Delfinbeobachtung in Puerto Rico ist der Plan fürs Meer, und hier findest du alle unsere Ausflüge auf Gran Canaria.

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